Oszilloskop kaufen oder nicht? In diesem Artikel stell ich dir eine Checkliste zur Verfügung anhand der du prüfen kannst ob du ein Oszilloskop benötigst. Weiter erfährst du welches Oszilloskop sich für den Anfang eignet und worauf du beim Kauf achten musst. Dieser Artikel ergänzt wie immer das dazugehörige Video auf meinem YouTube-Kanal.
Inhaltsverzeichnis
Hinweis (Disclaimer)
Die in meinen Beiträgen gezeigten Inhalte dienen ausschließlich zu Informations- und Unterhaltungszwecken. Es liegt in der Verantwortung der Leser, jegliche Nachbauten, die auf meinen Inhalten basieren, auf eigene Gefahr durchzuführen
Checkliste: Wofür brauchst du ein Oszilloskop?
Zuerst kannst du checken für welche Tätigkeiten ein Oszilloskop erforderlich sein kann.
Anwendung | Beschreibung |
Signalprüfung z.B. an Mikrocontrollern | Messung von I2C-, SPI- oder UART-Signalen |
Analyse von PWM-Signalen | Kontrolle von Motorsteuerungen, Dimmern oder LED-Treibern |
Fehlersuche in Schaltungen | Aufspüren von Kontaktproblemen oder Signalstörungen |
Messen von Hochfrequenzsignalen | Analyse von Funksignalen, Oszillatoren oder RF-Schaltungen |
Sobald Daten über ein Kabel bzw. per Funk übertragen werden oder etwas geregelt wird, kommt man bei der Konstruktion als auch bei der Fehlersuche nur noch selten um ein Oszilloskop rum.
Ist die Anschaffung eines Oszilloskop notwendig folgt direkt darauf die Frage, welches denn das richtige ist. Die große Auswahl an Geräten, die dazugehörigen Preise und die neuen Fachbegriffe und technischen Daten lassen einen da schnell den Überblick verlieren.
Daher ist es wichtig vorab zu klären was die einzelnen Begriffe bedeuten.
Wichtige technische Daten erklärt
Hierzu habe ich ebenfalls eine Checkliste erstellt. Folgende Daten musst du kennen und wissen worauf es bei der Auswahl ankommt.
Begriff | Was er bedeutet | Worauf bei der Auswahl achten |
Bandbreite MHz | Gibt an, welche Frequenzen das Oszilloskop messen kann | Mind. 2x höher, besser 5x höher als dein schnellstes zu messendes Signal (Nyquist-Theorem) |
Abtastrate MSa/s oder GSa/s | Gibt an, wie oft das Gerät pro Sekunde misst | Mind. 5x höher, besser 10x höher als die Bandbreite. (Beispiel 100 MHz -> 500 MSa/s – 1GSa/s) |
Kanäle | Gibt an, wie viele Signale du gleichzeitig messen kannst | 2 Kanäle reichen für den Anfang aus |
Speichertiefe | Gibt an, wie lange ein Signal gespeichert werden kann | Mind. 1 Mpts, besser mehr |
Ein konkretes Beispiel: zum messen einer Arduino-PWM von 490Hz reicht bereits ein kleines 10MHz Oszilloskop mit einer Abtastrate von 50MSa/s mehr als aus.
Welches Oszilloskop ist für Anfänger geeignet?
Meine Tendenz für den Anfang geht zu einem 2 Kanal Gerät mit einer Bandbreite von 100 bis 200 MHz und einer Abtastrate von 1 GSa/s. Hier gibt es bereits interessante Geräte in der Preiskategorie bis 500€. Diese Geräte eigenen sich sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene.
Geräte an denen du dich orientieren kannst sind:
- Rigol DS1202Z-E (400€ – hohe Speichertiefe)
- OWON SDS1202 (280€ – niedrige Speichertiefe, dafür günstig)
- UNI-T UPO1202CS (350€ – Mittelding zwischen 1 und 2
Ist die Speichertiefe für den Anfang relevant?
Für den Anfang spielt die Speichertiefe eines Oszilloskop nur eine untergeordnete Rolle – wichtig wird sie vor allem dann, wenn du lange Signalverläufe oder sehr schnelle Signale aufzeichnen möchtest. Bei typischen Einstiegsprojekten wie Arduino- oder ESP-Schaltungen reicht schon eine kleine Speichertiefe aus, da du meist nur kurze Signalabschnitte betrachten willst. Trotzdem ist es praktisch, wenn das Oszilloskop etwas mehr Speicher hat, da du so auch längere Abläufe ohne Signalverlust analysieren kannst.
Zusammenfassung
Mit dieser kleinen Hilfestellung kannst du herausfinden ob du ein Oszilloskop benötigst und welches für deine Anwendung das richtige ist. Falls dich weitere Themen rund um die Elektronikwerkstatt interessieren, dann schau auch gerne auf meine anderen Artikel zu diesem Thema!

